Mit Bewusstsein für die Quelle(n) gemeinschaftliche Initiativen stärken

Johannes Hochholzer on 2024-06-02

Nah an der Quelle bei Thal, Bad Tölz, Februar 2024

Kreativität ist essentiell für die Lebendigkeit und Entwicklung von Organisationen. Wenn Organisationen durch eine Gemeinschaft getragen werden, ist die Frage nach Ideen, Kreativität und Verantwortung jedoch oft herausfordernd und kann in Machtspielchen enden oder die Zusammenarbeit wird kraftzehrend, Entscheidungen dauern immer länger und entfernen sich vom ursprünglichen Gründungsimpuls. Auf der Suche nach Herangehensweisen, um diese Herausforderung aktiv zu gestalten und nicht nur nach Lösungen für Symptome zu suchen, bin ich auf die Arbeit von Peter Koenig (1) gestoßen. Durch seine Perspektive hatte ich zahlreiche Aha-Momente und konnte meine persönlichen Erfahrungen in einem neuen Licht sehen. Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung verschiedener Bücher und Ressourcen rund um die sogenannten Quellenprinzipien — eine erste Orientierung, die zu einem neuen Blick auf kollektive Erfahrungen einlädt und vielleicht Lust auf mehr macht.

Im Rahmen von der Geldarbeit von Peter Koenig, die sich mit der Veränderung und Auflösung von tief verwurzelten Vorstellungen rund um Geld beschäftigt, erarbeitete er im Dialog mit zahlreichen Unternehmer:innen und Gründer:innen von Organisationen die Quellenprinzipien. Ausschlaggebend war hier die Fragestellung, was ein Unternehmen oder eine Organisation erfolgreich macht. Daher handelt es sich bei den Quellenprinzipien nicht um eine Theorie, sondern im Sinne von Action Research (2) um ein Kondensat, eine Kontextualisierung und Einordnung zahlreicher Geschichten und Erfahrungen von einzelnen Menschen. Das daraus entstehende Bild beschreibt also einen Ist-Zustand eines Systems und entspringt daher auch dem Kontext, aus dem es entstanden ist (v.a. europäische und nord-amerikanische Gründer:innen). Daher lohnt es sich einerseits, entlang diesen Prinzipien zu handeln und gleichzeitig die Prinzipien weiterzuentwickeln, indem sie durch weitere Geschichten und eigene Erfahrungen konkreter und „erlebter“ werden. Gleichzeitig möchte ich an dieser Stelle würdigen, dass die zugrundeliegenden Prinzipien meines beschränkten Wissens nach an vielen Stellen in indigenen Kulturen tiefer verwurzelt sind und durch Kolonalisierung und andere Überschreibungen verloren gegangen sind (3). Diese Zusammenfassung basiert auf der Arbeit von Peter Koenig und integriert Weiterentwicklungen von Stefan Merkelbach, Tom Nixon und Nadjeschda Taranczewski.

Grundlagen

„Das ist / war unser gemeinsame Idee!“ Diesen Ausspruch höre ich oft und doch zeigt sich meist bei einer tiefergehenden Recherche, dass es eine Person gibt, bei der diese Idee den Anfang genommen hat. Auf der Suche nach der Quelle geht es jedoch nicht nur darum, welche Person die entscheidende Idee hatte: Jede menschliche Initiative nimmt einen Ursprung in der Aktion eines Menschen, der ein Wagnis eingeht. Dieser Mensch hat in der Initiative eine besondere Stellung und ist die Quelle (engl. Source) oder Quellenperson der Initiative. So entsteht eine (zeitliche) Ordnung abhängig von den Handlungen der jeweiligen Menschen. Diese Ordnung ist nicht zwingend deckungsgleich mit Ämtern, Rollen und Aufgaben und existiert sowohl in streng top-down organisierten Gruppen, als auch im Gruppen mit flachen Hierarchien und Selbstorganisationsprinzipien. Das eine ist es also, eine Idee zu haben, das andere ist es, den ersten Schritt für diese Idee zu gehen, der oftmals mit Risiko behaftet ist — dies kann auch durch zwei verschiedene Personen geschehen und die Person, die ein Risiko eingeht, wird zur Quelle. Wenn wir diese Ordnung der Quellen in unseren Initiativen berücksichtigen und wertschätzen, sind diese kraftvoll und fokussiert. Es handelt sich also bei den Quellenprinzipien in gewisser Hinsicht um ein Erfolgsmuster im Sinne einer Mustersprache nach Christopher Alexander (4).

Die Quelle (Quellenperson) verfügt über eine intensive Verbindung zu der Initiative, schließlich ist sie die Person, die durch das eingegangene Risiko aus dem Nichts heraus etwas Neues geschaffen hat. Diese Person bzw. die Rolle der Quelle hat damit ein besonderes Gespür und eine Intuition dafür, was das eigentliche Anliegen ist, das viel tiefer reicht als sprachliche Ausdrucksformen es zunächst fassen. Daher lohnt es sich, zwischen den Zeilen nachzulesen oder im Zwischenmenschlichen nachzuspüren. So hat die Quelle meist ein Gespür für die nächsten Schritte oder auch starke innerliche oder manchmal auch körperliche Reaktionen, wenn dieses intuitive Wissen nicht gewürdigt wird und eine abweichende Richtung eingeschlagen wird. Die Quelle kann erspüren, welche Gestalt die Initiative annehmen kann, wobei oftmals andere Menschen innerhalb der Initiative die besseren Worte dafür finden (5).

Jeder Mensch hat die Möglichkeit in sich, selbst Quelle zu werden und damit das volle schöpferische Potential in sich selbst zu entdecken und in unterschiedlichen Formen zum Ausdruck zu bringen. Die hier zusammengetragenen Perspektiven können dabei unterstützen, (wieder) mehr in den Fluss zu kommen. Peter Koenig beschreibt diese Perspektive selbst als „what works when work works“, wo bei ich hier work im Sinne von jeglicher menschlicher Tätigkeit verstehe. Die Bedeutung der Quelle lässt sich daher am deutlichsten feststellen, wenn die Quelle in ihrer Rolle nicht anerkannt wird: Ein Ringen um Macht, Spannungen und Orientierungslosigkeit sind für alle Beteiligten spürbar. Umgekehrt führt eine besondere Heraushebung der Quelle nicht automatisch zu besseren oder klareren Ergebnissen.

Quelle bedeutet damit (6):

Innerhalb einer Initiative entsteht nun die bereits angesprochene Ordnung, die mit einer Kaskade von Quellen oder Kreisen, die sich fraktal immer weiter nach innen verschachteln dargestellt werden kann.

Darstellung aus dem Buch “Work with Source” von Tom Nixon, S. 41

Diese Rollen der globale Quelle und spezifischen Quellen sind Rollen in dem Sinne, dass Personen mehrere Rollen gleichzeitig haben können und somit neben der Quellen-Kaskade ein weiteres Netz durch die persönlichen Verknüpfungen besteht. So kann beispielsweise die globale Quelle auch eine spezifische Quelle auf verschiedenen Ebenen sein bzw. eine Person spezifische Quelle für mehrere Bereiche und auf mehreren Ebenen sein.

Für alle Quellen gibt es bestimmte Aufgaben, die essentiell sind, um das Fließen und Sich-Ergänzen der verschiedenen Teile zu ermöglichen. Hier gibt es verschiedene Beschreibungen, die gleichermaßen wertvoll sind. Stefan Merckelbach benennt drei Rollen oder Aufgaben (8):

Tom Nixon fasst die Aufgaben in einem Quellenkompass zusammen (9):

Darstellung aus dem Buch “Work with Source” von Tom Nixon, S. 80

Es gibt zwei Prinzipien, die der Arbeit mit Quellen zugrunde liegen (10):

Störungen, Blockaden, Hindernisse

Quellen können versickern, verunreinigt werden, aufgestaut werden — das sind einige metaphorische Beispiele für die Beeinflussung von innen und außen, die in der Quellenarbeit auftauchen können. Konkret benennt Stefan Merckelbach drei Deformationen (11):

Die beschriebenen Herausforderungen können jeder Quelle im Laufe der Zeit in unterschiedlichen Ausprägungen selbst oder im Miteinander begegnen. Oftmals ergänzen sich verschiedene Deformationen gegenseitig. Beispielsweise ist eine Variante der Willkür, dass sich eine Person zur Quelle erklärt und damit verschiedene Quellen gewaltsam übernehmen möchte. Da dies nicht möglich ist, verliert die Initiative an Kraft, während sich der neue „Herrscher“ mehr und mehr verausgabt und so nach und nach die vorhandenen Quellen aneignet und überformt. Diesen Quellendiebstahl zu benennen und die ursprünglichen Quellen zu stärken, ist einer der Auswege aus diesem Dilemma.

Abschließend ist zu bemerken, dass das Nicht-Erkennen der eigenen Fähigkeit, Quelle zu werden, die eigenen schöpferischen Kräfte massiv beschneidet. Diese Kräfte können sich im wahrsten Sinne des Wortes aufstauen und im Zweifelsfall wie eine Menge aufgestautes Wasser einen alternativen Weg suchen und dabei beträchtlichen Schaden anrichten.

Die innere Quellenarbeit & Verantwortung

Peter Koenig formuliert den hohen Anspruch, dass die globale Quelle die Verantwortung für alles, was im kreativen Feld geschieht, trägt. Da die Quelle etwas Neues, das vorher nicht vorhanden war, in die Welt bringt, verantwortet sie dementsprechend auch die Konsequenzen. Das hört sich zunächst einmal nach Überforderung an und mag zur Kontrolle einladen.

Vielmehr ist damit jedoch gemeint, dass alle beteiligten Personen weiterhin volle Verantwortung für ihr Handeln und die damit verbundenen Konsequenzen haben. Jedoch trägt die Quelle die volle Verantwortung für das Wohlergehen und das Gelingen der Initiative an sich. Oben beschriebene Deformationen, blinde Flecken und Unsicherheiten der Quelle wirken sich unmittelbar auf die Initiative an sich aus. Wenn die Quelle keine klaren Grenzen definiert, riskiert sie das Verschwimmen und Versickern der Initiative, weil die Handlungen nicht klar auf ein Ziel ausgerichtet sind. Despotische Quellen ziehen oftmals Quellen an, die für ihre eigenen Ideen und Fähigkeiten blind sind und sich damit entsprechend unterordnen. An dieser Stelle sind viele weitere Beispiele möglich.

Wenn ich die Quellenprinzipien als hilfreiche Perspektive vorstelle, höre ich oft Widerstand aus kollektiv organisierten Initiativen. Auch hier findet sich eine Ordnung der Quellen, nur ist sie oftmals versteckt und verschleiert, weil das Ideal des Kollektivs oftmals die individuelle Kreativität beschränkt und überdeckt. Für die Initiative an sich ist essentiell, wie die Quelle selbst auf das Kollektiv blickt. Wünscht sie sich, das Vorhaben wirklich auf gemeinschaftliche Schultern zu nehmen und damit Kontrolle abzugeben, oder sucht sie strategische Mitstreiter:innen, um ein (eigenes) Anliegen voranzubringen? Je klarer sich die ursprüngliche Quelle über das eigene Bild von Kollektiv und Gemeinschaft ist, desto einfach können sich entsprechende Strukturen formen. Daher lohnt es sich bei Gründung und Aufbau von gemeinschaftsgetragenen Initiativen sehr, die Perspektive der Quelle und der im Prozess beteiligten Menschen auf kollektives Arbeiten zu erkunden. Hier kann eine Metapher aus dem Kunstbetrieb hilfreich sein: Gibt es eine Person oder Personengruppe, die im Sinne eines Regie-Teams alle Fäden zusammenführt und über das finale Ergebnis entscheidet, wobei alle anderen Gewerke (Schauspiel, Bühnenbild, Technik) dafür zuarbeiten? Entsteht das Gesamtkunstwerk aus dem Miteinander einer Gruppe, die sich im Prozess kennenlernt und gemeinschaftlich erarbeitet und (im positiven Sinne) erstreitet, was am Ende auf der Bühne zu sehen ist? In beiden Beispielen können wir die Quellenprinzipien entdecken, jedoch ergibt sich je nach Haltung der Quelle eine vollständig unterschiedliche Herangehensweise, Zusammenarbeit und ein anderes Ergebnis.

Die Betrachtungsweise der Quellen hebt außerdem hervor, dass die Tätigkeit als Quelle an sich eine einsame Tätigkeit ist. Dementsprechend braucht es eine Bereitschaft und das Vertrauen, auf die eigenen Impulse und Intuitionen zu vertrauen. Dieses Vertrauen ist aufgrund verschiedener Lebensgeschichten nicht jedem Menschen im gleichen Maße zugänglich. Daher braucht es auch angemessene Unterstützung, ohne übergriffig zu werden, damit Menschen ihre eigenen Quellen entfalten können. Der oftmals geäußerte Bedarf nach Austausch, beispielsweise von Gründer:innen, entsteht aus der herausgehobenen Rolle der globalen Quelle und benötigt dementsprechend eine Begegnung mit anderen (globalen) Quellen auf Augenhöhe. Dabei geht es meiner Erfahrung nach um eine Begegnung jenseits von Titeln und Projektkontexten, sondern vielmehr als Menschen, die aus ihrer Kreativität heraus handeln. Gleichzeitig kann es eine Befreiung sein, die Quellenarbeit als Teil der eigenen Arbeit anzuerkennen und dafür explizit Platz zu machen. Diese findet nämlich nicht am Schreibtisch, im Besprechungsraum oder im Plenum mit allen Beteiligten statt, sondern bei kreativen und nährenden Tätigkeiten, die von Mensch zu Mensch verschieden sind und jede Quelle für sich selbst entdecken darf: Beispiele sind Gartenarbeit, künstlerische Ausdrucksformen, Spaziergänge, Therapie, Traumarbeit, Weiterbildungen und viele weitere Formen. Im Organisationskontext ist es hilfreich, diese Rolle zu wertschätzen und dafür Zeit und Ressourcen einzuplanen und den Kontakt der verschiedenen Bereiche zu den jeweiligen Quellenpersonen sicherzustellen. Dies ist besonders von Bedeutung, wenn die rechtliche Struktur nicht mit der Quellenstruktur deckungsgleich ist (z.B. Mitarbeiter:in ist Quelle, das erfordert einen enge Kontakt mit Geschäftsführer:in).

Übergabe und Übertragung von Quellen

Am Beispiel eines Familienunternehmens oder einer Person, die eine neue Methodik begründet (beispielsweise Marshall Rosenberg, Gewaltfreie Kommunikation), wird es deutlich, dass das (aktive) Ausscheiden oder der Tod einer Quelle eine große Herausforderung bedeutet. Wie kann ein solcher Übergang gut gestaltet werden?

Ähnlich wie bei den Quellenprinzipien an sich, geht es hier nicht um eine Handlungsanweisung oder Methode, sondern um eine Haltung, wie wir diesen Übergängen begegnen.

Tom Nixon (12) beschreibt folgende Besonderheiten einer solchen Übergabe oder Übertragung:

  1. Die Nachfolge von Quellen passiert unabhängig von der Übergabe von Rollen, beispielsweise einer Geschäftsführertätigkeit. Sie erfolgt vielmehr auf einer Ebene des Seins und kann daher nur geschehen, wenn die bisherige Quelle die Rolle aktiv niederlegt und damit Raum für eine neue Person schafft oder diese aktiv überträgt. Formelle Rollen können in Organisationen schon seit längerer Zeit übertragen sein, während die Quelle an sich weiterhin bei der ursprünglichen Person verblieben ist (die vielleicht sogar die Organisation verlassen hat).
  2. Quellen können nur zwischen Menschen übertragen werden. Eine Übergabe an ein Gremium oder die Abschaffung einer solchen Rolle ist nicht möglich.
  3. Die Übergabe an sich kann durch einen längeren Prozess vorbereitet werden, jedoch geschieht sie in einem kurzen Moment der Übereinkunft zwischen alter und neuer Quelle. Nach den Erfahrungen von Tom Nixon und anderen sowie meinen eigenen Recherchen sind das oftmals bewusst gestaltete Rituale oder aber kleine, sehr bedeutsame Begegnungen, die den Beteiligten lange in Erinnerung bleiben und oftmals nach der Übergabe von formellen Rollen geschehen.
  4. Die neue Quelle erbt das kreative Feld mit allen Deformationen und Stärken. Die Vision und Ausrichtung an sich kann sich nun ändern und weiterentwickeln.
  5. Eine Übergabe oder Übertragung ist nicht umkehrbar. Die vorherige Quelle hat nach der Übergabe (sofern sie wirklich geschehen ist und nicht nur ein frommer Wunsch geblieben ist), keine Verantwortung mehr und verliert das Gespür, wohin sich die Initiative entwickeln möchte.
  6. Der Tod von Quellenpersonen ist eine große Herausforderung und führt oftmals dazu, dass der Gründungsimpuls verloren geht. In einigen Fällen treten jedoch Menschen aus dem kreativen Feld in die freigewordene Rolle und füllen sie mit neuem Leben.

Ich führe an dieser Stelle diese Besonderheiten ohne weitere Ergänzungen auf, weil dieser Artikel lediglich eine Orientierung bieten soll und keine Argumentationsgrundlage sein soll. Als Leser:in lohnt es sich beispielsweise, die Resonanz oder den Widerstand zu einzelnen Punkten tiefer zu beleuchten.

Quellen speisen sich gegenseitig

In der Arbeit von Peter Koenig lassen sich Querverbindungen und Bezüge zu anderen Herangehensweisen herstellen. Die Liste lässt sich beliebig ergänzen und orientiert sich an meinen eigenen Erfahrungen:

Ich hoffe, dass diese Übersicht dazu einlädt, der eigenen Geschichte und den eigenen Erfahrungen mit der Brille der Quellenprinzipien tiefer auf die Spur zu kommen. Ich freue mich über Anregungen oder Nachfragen per Mail oder Linkedin.

Herzlichen Dank an Tom Nixon für die Bereitstellung der Graphiken aus seinem Buch Work with Source!

Danke an den konstruktiven Austausch mit Anna Schölß, Eva Stützel, Kerstin Große-Wöhrmann, Kristin & Konrad Fumagalli, Martin Fredebeul, Anna Várnai und Josua Ovari. Ihr habt mir sehr dabei geholfen, klar zu formulieren und entsprechende Verbindungen herauszuarbeiten.

Für alle, die tiefer einsteigen wollen:

Fußnoten

(1) Peter Koenig’s Webseite: https://peterkoenig.typepad.com/de/

(2) Siehe z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Aktionsforschung

(3) Leider habe ich dafür keine Quelle, sondern nur Erinnerungen. Ich erinnere mich beispielsweise an eine Geschichte, dass der Prozess, eine neue Leitung eines indigenen Stammes zu bestimmen, folgenden Schritt enthält: Bei der rituellen Übergabe der Aufgaben werden die Stärken und Schwächen der neuen Leitungsperson offen benannt, als Erinnerung für alle, dass die Leitung menschlich ist und daher die Mitarbeit vieler anderer benötigt, die blinde Flecken ausgleichen.

(4) Siehe beispielsweise https://en.wikipedia.org/wiki/Pattern_language oder https://www.pattern-language.wiki/Hauptseite

(5) Frei übersetzt und zusammengefasst aus dem Blog von Nadjeschda Taranczewski via Medium, abgerufen 18.02.2024

(6) Stefan Merckelbach, Ein kleines rotes Buch über die Quelle, S. 24f.

(7) Der Begriff spezifische Quelle stammt von Stefan Merckelbach, Peter Koenig verwendet den Begriff subsource — dt. Unterquelle, der allerdings für viele Menschen die Konnotation einer eine Unterwerfung und Aufgabe von Autonomie hat. Daher wähle ich den Begriff spezifische Quelle, weil er die Zuordnung stärker betont.

(8) Stefan Merckelbach, Ein kleines rotes Buch über die Quelle, S. 27–43

(9) Tom Nixon, Work with Source, S. 70–85

(10) Stefan Merckelbach, Ein kleines rotes Buch über die Quelle, S. 86f.

(11) Stefan Merckelbach spricht von Pathologien, ich kann mich damit aufgrund der negativen Konnotation von Pathologien nicht anfreunden und verwende stattdessen den Begriff Deformationen, vielleicht weil eine Deformation in sich schon die Bewegung einer Rückformung enthält. Stefan Merckelbach, Ein kleines rotes Buch über die Quelle, S. 45–58

(12) Tom Nixon, Work with Source, S. 178ff.